Mittwoch, 15. Februar 2017

... F*** IT - LET'S GO TO OLHÃO (part one) ...


schon eine ganz lange weile schlummern meine fotografischen erinnerungen an den letzten sommerurlaub in einem trostlosen digitalen ordner vor sich hin ... manchmal wecke ich sie auf und dann beschämt es mich jedesmal ziemlich, wenn ich sie wieder in das einsame dunkel verbanne, statt ihnen den wohlverdienten DELUXE.AUFTRITT zu gönnen ... den sollen sie nun (besser spät als nie) bekommen und solltet ihr vielleicht gerade genau jetzt überlegen, wohin die nächste reise gehen soll, dann sage ich euch: "F*** IT - LET'S GO TO OLHÃO ..."





vermutlich werdet ihr jetzt sagen: "WHERE THE F*** IS OLHÃO ???" ...  genau so ging es mir auch, als wir auf der suche nach einem sonnigen urlaubsziel im nicht allzuweit entfernten süden waren ... ein haus oder eine ferienwohnung mit dem gewissen etwas sollte es sein und in der nähe vom meer gelegen ... also scrollte ich mich bei "airbnb" entlang der spanischen und portugiesischen küste ... und wenn ihr mich ein wenig kennt, so könnt ihr euch denken, dass die meisten angebote zumindest interieurmäßig so gar nicht BIGGI.DELUXE waren ... so dauerte es auch aufgrund der fehlenden massenkompabilität eine ganze weile, bis sich endlich der moment der schnappatmung einstellte und sofort feststand: "NUR DA WILL ICH HIN ..." HERR.DELUXE war zu diesem zeitpunkt bereits bei der suche ausgestiegen und glücklich, dass es überhaupt noch IRGENDWOHIN ging ... vermutlich hätte er mittlerweile auch eine gelsenkirchener barockwohnung in SALZ BADUFLEN akzeptiert ...









dieses luxuriös sanierte stadthaus inmitten der historischen altstadt von OLHÃO ist so zauberhaft, dass ich euch stundenlang davon erzählen könnte ... es ist mit seinen vier schlafzimmern und zwei etagen ja eigentlich für HERRN.DELUXE und mich viel zu groß gewesen, aber es hat mich gleich so fasziniert, dass etwas anderes gar nicht mehr in frage kam ... und ich bin immer noch überglücklich, dass wir es ausgewählt haben ... die besitzerin ist eine holländische künstlerin, die mit ihren großartigen kunstwerken und der stilvollen einrichtung dort ein ganz einzigartiges ambiente geschaffen hat ... alleine die dachterrasse mit der großen outdoorküche, dem coolem loungebereich und dem atemberaubenden rundumblick über die dächer der stadt bis hin zum meer ... OMG ... dort oben haben wir ausgiebig gefrühstückt, zwischendurch genüssliche pausen mit köstlichen PASTEIS DE NATA aus der wunderbaren bäckerei gegenüber eingelegt und zu späterer stunde dem sonnenuntergang mit einem kühlen VINHO VERDE zugeprostet ... wir liebten das melodische stimmengewirr aus den benachbarten straßen und die musik, die am abend aus den umliegenden bars bis auf unsere dachterrasse wehte ... WHAT A BEAUTIFUL NOISE, COMIN' UP FROM THE STREETS ...










wir hatten nur eine urlaubswoche zur verfügung und uns daher ganz bewusst dagegen entschieden, einen reiseführer einzupacken oder einen mietwagen zu buchen ... OLHÃO sollte uns genügen ... und wir haben jeden tag dort in vollen zügen genossen ... wir sind stundenlang durch die engen gassen geschlendert und konnten uns nicht sattsehen an dem was OLHÃO uns zu zeigen hatte ... diese ganz eigene, melancholische schönheit ... die wundervoll gearbeiteten schmiedeeisernen balkone, die malerischen keramikfliesen und dann diese unglaublichen FADED COLOURS ... natürlich muss man diesen morbiden charme lieben, sonst ergeht es einem womöglich wie meinem schwiegervater, der bereits beim betrachten der urlaubsfotos seufzte: "da ist ja alles kaputt, wir fahren lieber an den gardasee ..."






nun gut, wer also zu den liebhabern luxuriös gestylter shoppingmeilen gehört oder touristisch maximal erschlossenes urlaubsflair erwartet, der wird sein glück in OLHÃO vermutlich nicht finden ... MAN SPRICHT NICHT DEUTSCH ... wer aber auf der suche nach entschleunigung ist, der entdeckt hier ganz bestimmt den müßiggang ... TRÖDELN MACHT GLÜCKLICH ... perfekte zeit im einklang mit den öffnungszeiten der markthalle am morgen, dem fahrplan der fähren auf die vorgelagerten inseln und der allabendlichen überlegung, in welchem der einladenden restaurants gespeist werden soll ... dafür benötigt man gar keinen reiseführer ... die liste unserer aufmerksamen gastgeberin war ohnehin viel aufschlussreicher ... und ihre anmerkung, dass es überhaupt überall gut ist, hätte auch gereicht  ... wir hätten natürlich auch auf unserer grandiosen ROOFTOP-TERRACE all die verlockenden köstlichkeiten aus der markhalle zubereiten und genießen können ... verführt wurden wir dann aber doch von all den kleinen, lebendigen restaurants und bars mit den frischesten, schmackhaftesten köstlichkeiten ... und das alles zu preisen, die am gardasee mit sicherheit nirgendwo zu finden sind ... 






egal wo wir gesessen haben, ob direkt am hafen, am malerischen platz vor der kirche oder an der strandbar, wir waren immer überrascht, wie wenig wir für alles bezahlen mussten ... auch für all die kulinarischen mitbringsel aus den kleinen, wunderschönen läden, wie das geliebte FLOR DE SAL in der stylischen schwarz-weißen dose ... oder die malerisch verpackten sardinen, bei denen ich mich gar nicht entscheiden konnte ... HERR.DELUXE befürchtete schon zolltechnische probleme und erinnerte an die bereits aus bretonischen urlauben bevorrateten fischkonserven daheim ... selbst meine kleine schwester kann schon in ihren wohnräumen mit einer feinen auswahl mitgebrachter dekorationsobjekte aufwarten ... vielleicht eröffne ich ja eines tages zusammen mit ihr eine SARDINEN.BOUTIQUE in wuppertal ... 






NIGHTLIFE gibt es in OLHÃO übrigens auch: wie gerne denke ich noch an den unterhaltsamen abend zurück, der sich bereits am späten nachmittag auf unserer dachterrasse mit kurzen musikalischen intermezzi ankündigte ... zur cocktailstunde gab es daher zum APEROL schon ein bisschen BORN ON THE BAJOU von CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL und den ROADHOUSE BLUES von den DOORS ... ich spürte JIM MORRISON förmlich aus seinem grabe auferstehen um uns zu späterer stunde seine ehre zu erweisen ... nun ja, was soll ich euch sagen: so ganz wurde daraus dann nichts ... am hafen gab es ein konzert, das unter anderem gestaltet wurde von den (zumeist) coolen kids der heimischen musikschule, die zusammen mit ihrem ambitionierten lehrer und bekannten klassikern der populärmusik ordentlich die bühne rockten ... auch den ROADHOUSE BLUES konnte ich in voller länge genießen ... ich liebe diesen song, sowohl vorgetragen von JIM MORRISON als auch in der live-variante von STATUS QUO (die mich übrigens an eine lang zurückliegende, legendäre garagenparty daheim erinnert - aber das wäre jetzt eine ganz andere geschichte) ... 

der interpretation des netten, ein wenig rundlichen jungen in vorpubertärem alter, der eher an KARLSSON VOM DACH oder ED SHEERAN erinnerte, fehlte dann vielleicht doch ein wenig der einfluss von SEX & DRUGS & ROCK 'N' ROLL ... wir applaudierten selbstverständlich trotzdem begeistert und wurden sogar mit einer zugabe belohnt ... nach der musikalischen darbietung von PURPLE RAIN und tapfer vorgetragenen textzeilen wie "I NEVER WANTED TO BE YOUR WEEKEND LOVER" verliess der nette, ein wenig rundliche junge erleichtert die bühne und suchte vermutlich trost bei einer kindermilchschnitte ... für uns gab es CHURROS, CAIPIRINHA, MOJITO und GIN TONIC ... JIM MORRISON ist übrigens nicht mehr aufgetaucht ... 











tagsüber konnte ich mich einfach nicht sattsehen an all der farbenpracht ... diese wunderbar verwaschenen farben, der abblätternde putz an den steinmauern, die verwitterten lasuren auf türen und fenstern ... alles harmonierte so perfekt, als wäre es eigens von einem stylistenteam für ein einrichtungsmagazin in szene gesetzt worden ... wäre da nicht das traurige bewusstsein, dass eben keine hochbezahlten designer, sondern armut und verfall am werke sind ... erfreulicherweise findet man aber auch an vielen gebäuden umsichtige sanierungsarbeiten, die die ursprüngliche schönheit wieder erwecken und so ein ambiente schaffen, wie wir es selbst als gäste in unserem wundervollen ferienstadthaus erleben durften ... ich wünsche OLHÃO sehr, dass es sich seinen ganz besonderen charme erhalten kann ...






OH WEH, jetzt bin ich vor lauter begeisterung für DIE STRASSEN VON OLHÃO noch gar nicht bis ans meer gekommen ... das bekommt nun seine eigene geschichte und die erzähle ich euch ein anderes mal ... das eine oder andere foto gibt es dazu dann auch bestimmt zu sehen ... kommt doch einfach wieder vorbei, wenn ihr mögt ... wir können dann zum hafen schlendern, ein ticket für die überfahrt auf die ILHA DO FAROL kaufen, einen tag am strand verbringen und uns in der BEACHBAR MARAMAIS treffen ... und wenn ihr jetzt schon am liebsten "F*** IT - LET'S GO TO OLHÃO" ausrufen möchtet, dann schaut doch in der zwischenzeit einfach mal HIER (klick) vorbei ... 






... bis bald ...

biggi


1 Kommentar:

  1. Eine Sardinen-Boutique in Wuppertal? Na das nenn ich mal eine coole Geschäftsidee *brüll ... da bin ich dabei!

    Endlich mal wieder was Schönes und Lustiges zu lesen. Da wird der Alltag gleich viel schöner ... DANKE!!! ... und gerne wieder viel mehr davon :-)

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